200 Jahre Seebad Boltenhagen

Geschichte Boltenhagens - Entwicklung zum Seeheilbad

Im Jahr 1803 wurde durch den Grafen von Bothmer der erste Badekarren in der Ostsee aufgestellt; so begann der Badebetrieb in Boltenhagen. Die Badekarren bestanden aus einem hohen Holzkasten mit 2 großen Rädern und wurden im Wasser abgestellt. Auf der Wasserseite war ein herunter klappbarer Schirm, der als Sichtschutz diente, angebracht. So konnten die Damen über eine kleine Treppe ins Wasser steigen und unter dem Schirm im Wasser baden ohne gesehen zu werden. Außerhalb des Badekarrens hielten sich alle Personen nur in voller Bekleidung am Strand auf.

Im Jahre 1840 standen bereits 10 Badekarren und im Jahre 1900 über 50 Karren am Strand. Die Tagesgäste erfreuten sich vor allem an dem steinfreien Sandstrand und wurden insbesondere durch die Abgeschiedenheit angelockt. Ab 1810 fanden die Gäste bei einigen Bauern einfache Unterkünfte. Teilweise wurden die Stallungen zu Zimmern ausgebaut. Im Jahre 1838 wurde in Boltenhagen das erste Hotel gebaut; am Ende des 19. Jahrhunderts gab es bereits 10 Hotels bzw. Pensionen sowie 10 Bauern die ebenfalls Zimmer an Gäste vermieteten.

Bereits im Jahre 1855 besuchte der bekannte niederdeutsche Autor Fritz Reuter Boltenhagen;   Reuter blieb Boltenhagen zeitlebens treu.

Die Zahl der Gäste erhöhte sich von Jahr zu Jahr und Boltenhagen vergrößerte sich von 1900 bis 1930 zusehends; 1938 kamen bereits über 8000 Gäste.

Zu DDR - Zeiten wurden die Hotels und Pensionen enteignet; hauptsächlich der FDGB organisierte dann die Urlaubsmöglichkeiten in Boltenhagen.

Nach der Wende wurden Hotels, Ferienhäuser, Appartements usw., 1995 eine Reha - Klinik und 1997 eine Klinik für Mutter/Vater - Kind - Kuren gebaut.